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Die Plejadenbedeckung durch den Mond
am 28. Oktober 2007

In der Nacht zum 28. Oktober 2007 ist erneut eine Bedeckung der Plejaden durch den Mond zu beobachten. Zum Zeitpunkt des Ereignisses stehen beide Objekte hoch am Himmel und befinden sich damit in idealer Beobachtungsposition. Sternbedeckungen sind stets eindrucksvolle Ereignisse. An ihnen kann man unmittelbar vor und nach der Bedeckung die Bewegung des Mondes direkt beobachten.

Verlauf

Die Bahn des Mondes verläuft diesmal durch die nördlichen Bereiche der Plejaden. Die allerhellsten Sterne um Alcyone (Eta Tauri) werden nicht bedeckt. Die folgende Grafik zeigt den Beginn und das Ende der Plejadenbedeckung. Die Abbildung gilt für Frankfurt am Main, die Grenzgröße beträgt 6,5 Magnituden. Der Anblick ist von anderen Standorten Mitteleuropas aus sehr ähnlich.

Verlauf der Plejadenbedeckung am 28.10.2007

Grafik erstellt mit Calsky (www.calsky.de), manuell beschriftet.

Die folgende Tabelle enthält die Zeitangaben für den Austritt des Sterns 20 Tauri (Maia, siehe Grafik oben) aus der Nachtseite des Mondes, also das Ende der Bedeckung. Aufgrund schlechter Beobachtungsbedingungen (Überstrahlung) wurde auf Angaben des Eintritts verzichtet.

Stadt Austritt
Hamburg 2h17.5m
Lübeck 2h18.7m
Bremen 2h15.5m
Berlin 2h18.8m
Hannover 2h14.6m
Köln 2h09.3m
Frankfurt / Main 2h08.8m
Magdeburg 2h16.2m
Leipzig 2h15.1m
Göttingen 2h13.3m
Koblenz 2h08.5m
Stuttgart 2h05.7m
Nürnberg 2h09.1m
München 2h05.3m
Wien 2h11.4m
Zürich 2h00.8m
Bern 1h58.8m

Alle Daten wurden mit CalSky (www.calsky.de) errechnet.

Beobachtung

Die Bedeckung findet zwei Tage nach Vollmond statt, so dass der Mond sehr hell am Himmel steht. Die Konsequenz daraus ist, dass die relativ lichtschwachen Plejadensterne sehr stark überstrahlt werden. Eine Beobachtung der Bedeckung mit dem bloßen Auge ist ausgeschlossen.

Für eine visuelle Beobachtung ist also mindestens ein Fernglas, besser ein Teleskop erforderlich. Durch die lichtsammelnde Wirkung dieser Geräte lassen sich die helleren Plejadensterne gut beobachten. Es empfielt sich, die Sternbedeckungen am Ende der Bedeckung während ihres Austritts hinter dem Mond zu beobachten. Dieser erfolgt auf der unbeleuchteten Nachtseite des Mondes, die Sterne sind hier deutlicher zu erkennen als am hellen Mondrand.

Fotografie

Bei der Fotografie der Plejadenbedeckung muss man Kompromisse eingehen: Bei korrekter Belichtung des Mondes sind keine Sterne zu sehen, da sie dann unterbelichtet sind. Würde man lange genug belichten, um die Plejadensterne richtig hell abzubilden, wie man es von langbelichteten Deep-Sky-Fotos her kennt, wäre der Mond so stark überstrahlt, dass keine Sterne mehr zu erkennen wären.

Bei einer Belichtungszeit von einigen Sekunden wird der Mond zwar überstrahlt, aber die Sterne sind noch erkennbar.

Plejadenbedeckung

Das Foto wurde eine Sekunde mit 200 Millimeter Brennweite auf ISO 400 bei Blende 5,6 belichtet. Man erkennt bereits die relativ starke Überstrahlung des Mondes und deutlich die hellsten Plejadensterne. Bei der Bedeckung am 28.10.2007 ist die Mondphase viel weiter fortgeschritten als auf diesem Bild. Die Überstrahlung wird folglich stärker ausfallen.

Es empfiehlt sich deshalb eine möglichst geringe ISO-Empfindlichkeit, da diese kontrastreicher sind und sich die schwachen Sterne deshalb besser vom Himmelshintergrund abheben. Um einen optimalen Kontrast zu erreichen, empfiehlt sich die Fotografie im RAW-Format, da dieses die Sterne kontrastreicher abbildet als das komprimierte jpg-Format. Man sollte unbedingt eine Belichtungsreihe anfertigen. Übersichtsfotos der Konstellation werden idealerweise zu Beginn der Bedeckung angefertigt, da sich der Mond dann noch weiter weg von den hellsten Plejadensternen befindet.


Datengrundlage: CalSky (www.calsky.de)