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Die Plejadenbedeckung durch den Mond
am 7. August 2007

Am frühen Morgen des 7. August findet für die Benutzer von Ferngläsern, kleinen Teleskopen und Teleobjektiven mittlerer Brennweite eines der eindrucksvollsten Himmelsereignisse des Jahres statt: Der Mond durchwandert die Plejaden.

Für Mitteleuropa beginnt das Ereignis gegen 1:45 und dauert über zwei Stunden. Die Anfangsphase wird sich von unseren Breiten aus nur schwer und mit Glück gut beobachten lassen, da sich der Mond zu dieser Zeit noch in den horizontnahen Dunstschichten befindet. Hierbei werden viele lichtschwache Plejadensterne "geschluckt", der Anblick ist im Fernglas weniger interessant als etwa zwei Stunden nach Beginn des Ereignisses.

Die folgenden Abbildungen simulieren den Himmelsanblick im Fernglas. Das erste Bild zeigt die Konstellation um 1:45 Uhr, das zweite Bild um 3:45 Uhr:

Beginn der Bedeckung

Ende der Bedeckung

Grafiken erstellt mit Calsky (www.calsky.de)

Beobachtung

Die Plejadenbedeckung verspricht atemberaubende visuelle Eindrücke und Fotografien.

Das Ereignis findet einen Tag nach dem abnehmenden Halbmond statt. Im Fernglas und Teleskop kann man bei klarem Himmel sehr deutlich das aschgraue Mondlicht, auch Erdschein genannt, erkennen. Es entsteht, indem Erdlicht auf die Nachtseite des Mondes reflektiert wird. Je nach Zustand der Erdatmosphäre kann der Erdschein auch leicht rotbraun erscheinen.

Bei der Durchwanderung des Mondes durch die Plejaden lassen sich auch zahlreiche Sternbedeckungen beobachten. Die Beobachtung des Beginns einer Sternbedeckung ist bestenfalls mit den hellsten Plejadensternen möglich, da die Eintritte an der beleuchteten Seite des Mondes stattfinden und die meisten lichtschwachen Sterne überstrahlt werden. Der Mond wird knapp nördlich des hellsten Plejadensterns, Alcyone, den Sternhaufen durchqueren.

Die Austritte sind im Fernglas leicht zu verfolgen. Im Gegensatz zu einer Planetenbedeckung erscheinen die Sterne hierbei am Mondrand augenblicklich.

Bei solchen Sternbedeckungen lässt sich auch die Eigenbewegung des Mondes direkt beobachten: Unmittelbar vor und nach einer Bedeckung kann man bei mittleren bis hohen Vergrößerungen erkennen, wie sich der Mond auf den Stern zu bewegt bzw. sich von ihm entfernt. Durch die Größenverhältnisse wird einem beim Anblick im Teleskop ohne Nachführung auf die Sterne oft vorgetäuscht, dass der Stern auf den Mond zu- bzw. von ihm weg driftet.

Fotografie

Die Plejadenbedeckung zu fotografieren ist problemlos und verspricht atemberaubende Aufnahmen mit einfachsten Mitteln.

Es genügt bereits ein Teleobjektiv mit 200 bis 300 Millimetern Brennweite und ein stabiles Stativ mit Kabelauslöser. Man benötigt also keine große Spezialausrüstung.

Das folgende Foto zeigt die letzte Plejadenbedeckung mit Aufnahmedaten:

Die Plejadenbedeckung vom 12. September 2006

Als Empfindlichkeiten empfehlen sich ISO 200 bis 400. Eine zu hohe Empfindlichkeit ist nicht empfehlenswert, da die horizontnahen Dunstschichten das Hintergrundrauschen des Sensors besonders stark hervortreten lassen. Diese Werte sind als Richtwerte anzusehen. Sie haben sich bei der letzten Plejadenbedeckung bewährt. Je nach Zustand der Erdatmosphäre können die tatsächlich benötigten Belichtungszeiten zum Teil erheblich von den genannten Werten abweichen. Deshalb sollte man stets Belichtungsreihen aus verschieden langen Belichtungszeiten ab etwa einer halben Sekunde anfertigen und auch mit verschiedenen ISO-Werten arbeiten.

Mit ruhender Kamera sollte die Belichtungszeit nicht länger als eine Sekunde gewählt werden, da sich sonst die tägliche Bewegung des Himmels in Form von Sternstichspuren bemerkbar macht. Eine ausführliche Abhandlung zu Belichtungszeiten mit ruhender Kamera finden Sie hier:

Belichtungszeiten in der Astrofotografie

Bei preiswerten Telezoom-Objektiven kann es passieren, dass der Mond Reflexionen in den Farben der Vergütung des Objektivs zeigt, wenn der Mond nicht in der Bildmitte steht. Um diesen Bildfehler zu vermeiden, sollte der helle Mond möglichst exakt in der Bildmitte stehen. Mit Hilfe der AF-Sensoren im Sucher ist eine exakte Fokussierung und zentrierung problemlos möglich.

Auch mit Nachführung sollte man nicht länger als wenige Sekunden belichten, da der helle Mond sonst die Plejadensterne überstrahlt.

Die Erstellung der Grafiken erfolgte mit Calsky (www.calsky.de):