Version vom 16.8.2008
Autor: Christian Leu

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Der Sternenhimmel am Astronomietag
am 29. September 2007

Inhalt
1. Einleitung 7. Jupiter
2. Sonne 8. Uranus
3. Mond 9. Neptun
4. Planeten 10. Sternenhimmel
5. Venus 11. Deep-Sky-Objekte
6. Mars

Alle Zeiten in dieser Himmelsvorschau sind in mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angegeben. Die Auf-, Untergangs- und Kulminationszeiten können je nach Standort in Mitteleuropa um plus/minus 30 Minuten von den angegebenen Zeiten abweichen.

Alle Daten wurden für Frankfurt am Main errechnet, die Koordinaten gelten für jeweils 23:00 Uhr MESZ (Sonne: 12:00 Uhr MESZ). Die Deklinatinosangaben sind in Grad, Bogenminuten und Bogensekunden, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Berechnungen erfolgten mit CalSky (www.calsky.de; externer Link).

Im Gegensatz zu den monatlichen Himmelsvorschauen werden bei dieser Vorschau zum Astronomietag nur solche Objekte beschrieben, die auch beobachtbar sind.

Aktuelle Informatinoen zum Astronomietag und Veranstaltungen in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website www.astronomietag.de.

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Die Sonne

Aufgang Untergang Dec. RA
7h21m 19h09m -2:17:44 12h21m12s

Zur Zeit befindet sich die Sonne knapp nördlich des Himmelsäquators. Eine Vorhersage über die Sonnenaktivität lässt sich nicht machen, da die Sonnenflecken und ggf. Protuberanzen im H-Alpha-Licht relativ schnell ihre Form, Anzahl und Gestalt ändern.

Hier geht es zur Seite des Sonnensatelliten SOHO mit Near-Live-Bildern der Sonnenoberfläche (externer Link).

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Der Mond

Aufgang Kulmination Untergang Dec. RA
19h54m 4h06m (30.9.) 12h38m (30.9.) +21:36:50 3h03m19s

Die folgende Grafik zeigt den Mond am 29. September 2007 um 23:00 Uhr:

Der Mond

Grafik erstellt mit CalSky (www.calsky.de)

Der Mond ist so dargestellt, wie er mit dem bloßen Auge oder Fernglas erscheint, Norden ist oben. Der Nordpol des Mondes ist leicht nach links gekippt.

Die auffälligste Struktur, die bereits im kleinen Fernglas deutlich erkennbar ist, ist der Strahlenkrater Tycho. Im südlichen Hochland sind, ausser am Terminator, aufgrund des Sonnenstandes auf dem Mond kaum Krater zu erkennen, da sie so gut wie keine Schatten werfen.

Fahren wir den Terminator mit dem Fernglas oder Teleskop in Richtung Norden ab, stoßen wir etwa auf halber Höhe zum Nordpol auf eine halbkreisförmige, dunkle Struktur. Das ist das Mare Foecunditatis. Es handlt sich um eine kreisförmige, mit Lava gefüllte Senke, die von einem großen Meteoriteneinschlag in der Frühzeit des Mondes herrührt. Nordöstlich davon folgen Mare Tranquilitatis mit der Apollo 11-Landestelle und Mare Serenitatis, die auf die gleiche Weise entstanden.

Östlich vom Mare Serenitatis stoßen wir auf zwei wichtige Mondgebirge: Die Appeninen (Süden) und die Alpen (Norden). Sie umschließen halbkreisförmig das Mare Imbrium, das durch einen Meteoriteneinschlag entstand. Nördlich von Mare Imbrium finden wir zwei kleinere, aber markante Strukturen: Die Wallebene Plato als kleinen, kreisförmigen Krater mit dunkler Lavafüllung sowie östlich davon Sinus Iridum, das zum Mare Imbrium hin offen ist.

An der Grenze zwischen Mare Imbrium und Oceanus Procellarum stoßen wir abemals an einen gewaltigen Strahlenkrater: Es ist Copernicus. Ein Strahl von Copernicus deutet direkt auf Tycho.

An dieser Stelle beenden wir unsere kleine Mondtour. Alle interessanten Strukturen zu erklären, würde hier den Rahmen sprengen.

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Planeten

Venus

Helligkeit in mag Durchmesser in '' Sternbild
-4.5 34.78 Löwe

Am Astronomietag ist das Venusscheibchen zu etwa 32% seines Durchmessers beleuchtet. Venus erscheint als Morgenstern.

Venuskoordinaten

Aufgang Kulmination Untergang Dec. RA
3h41m 10h34m 17h26m +10:10:57 9h40m08s

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Mars

Helligkeit in mag Durchmesser in '' Sternbild
-0.1 9.62 Zwillinge

Mars ist in der zweiten Nachthälfte ab etwa ein Uhr relativ günstig zu beobachten, obwohl er sich noch relativ nahe am Horiont aufhält. Die folgende Abbildung zeigt Mars am 30.9. um 1:00 Uhr, wie er in einem Teleskop mit 15 Zentimetern Öffnung unter guten Bedingungen zu sehen sein sollte. Im Bildzentrum ist die Große Syrte deutlich erkennbar. Man beachte die Phase des Mars:

Mars

Grafik erstellt mit CalSky (www.calsky.de)

Marskoordinaten

Aufgang Kulmination Untergang Dec. RA
22h45m 6h55m 15h03m +23:20:18 6h01m15s

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Jupiter

Helligkeit in mag Durchmesser in '' Sternbild
-2.0 35.29 Schlangenträger

Der Untergang Jupiters erfolgt bereits knapp drei Stunden nach Sonnenuntergang. Er beschert uns somit nur eine kurze Sichtbarkeitsperiode, die noch dazu durch die horizontnahen Dunstschichten getrübt wird. Eine gute Horizontsicht ist zur Beobachtung zwingend erforderlich.

Trotz der ungünstigen Sichtbedingungen sollte es bei klarem Himmel auch mit kleinen Teleskopen dennoch möglich sein, die beiden dunklen äquatorialen Wolkenbänder zu erkennen.

Die folgende Grafik zeigt die Ansicht Jupiters um 20:30 Uhr im Teleskop mit 15 Zentimetern Öffnung. Die feineren Wolkenstrukturen können sich aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten auf Jupiter kurzfristig ändern, die grobe Strukturierung bleibt jedoch erhalten.

Jupiter

Grafik erstellt mit CalSky (www.calsky.de)

Jupiterkoordinaten

Aufgang Kulmination Untergang Dec. RA
13h37m 17h44m 21h51m -22:07:44 16h50m34s

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Uranus

Helligkeit in mag Durchmesser in '' Sternbild
5.7 3.66 Wassermann

20 Tage nach seiner Oppositionsstellung befindet sich Uranus in optimaler Beobachtungsposition. Bereits mit einem Fernglas ist er bei genauer Kenntnis seiner Position eindeutig zu identifizieren. Man benötigt mindestens acht Zentimeter Teleskopöffnung und hohe Vergrößerung, um Uranus als kleines Scheibchen zu erkennen.

Die Aufsuchkarte zeigt die Position von Uranus am 29.9.2007 um 23:00 Uhr, die grüne Linie markiert den Horizont. Leider hat die Darstellung der Hintergrundsterne nicht einwandfrei funktioniert, daher sind sie nur in einem schmalen Band sichtbar:

Uranus

Grafik erstellt mit CalSky (www.calsky.de)

Uranuskoordinaten

Aufgang Kulmination Untergang Dec. RA
18h29m 0h06m 5h38m -6:20:23 23h09m02s

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Neptun

Helligkeit in mag Durchmesser in '' Sternbild
7.9 2.28 Steinbock

Nepun befindet sich noch in günstiger Beobachtungsposition. Mit dem Fernglas und kleinen Teleskop erscheint er jedoch punktförmig. Man erkennt ein bläuliches Lichtpünktchen.

Die Aufsuchkarte zeigt die Position von Nptun. Die Grenzgröße beträgt in der Karte 8,5 Magnituden.

Neptun

Grafik erstellt mit CalSky (www.calsky.de)

Neptunkoordinaten

Aufgang Kulmination Untergang Dec. RA
17h34m 22h21m 3h12m -15:16:12 21h27m40s

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Sternenhimmel

Die Sternkarte zeigt den Sternenhimmel am 29. September um 23 Uhr, Blickrichtung Zenit (grünes Kreuz). Süden ist unten, osten ist links. Die Grenzhelligkeit beträgt 5,5 Magnituden.

Sternenhimmel am 29. September 2007

Karte erstellt mit CalSky (www.calsky.de)

Direkt westlich des Zenits erkennt man das Sternbild Schwan, auch Kreuz des Nordens genannt. Der Schwanz des Schwans wird von dem auffällig hellen, bläulichen Stern Deneb geprägt, der Kopf ist vom Doppelstern Albireo dargestellt. Direkt westlich davon befindet sich, ebenfalls in günstiger Beobachtungsposition, das kleine, aber markante Sternbild Leier mit dem hellen Stern Vega.

In südwestlicher Richtung erkennen wir das große, auffällige Sternbild Pegasus, das die Form eines Trapezes aufweist. In östlicher Richtung davon erstreckt sich, direkt im Anschluss an Pegasus, das parabelförmige Sternbild Andromeda. Vom zweitnördlichsten Stern dieses Sternbildes gehen zwei schwächere Sterne in nördliche Richtung ab. Direkt am nördlichsten dieser beiden Sterne erkennt man unter sehr guten Sichtverhältnissen einen schwachen, matt schimmernden Lichtfleck: Das ist die Andromeda-Galaxie M31.

Direkt am Westhorizont erkennt man unter optimalen Sichtbedingungen einen hellen, rötlichen Stern: Das ist Antares, der Hauptstern des Sternbildes Stier. Um den Stier erkennt man mit einem Fernglas den V-förmigen, offenen Sternhaufen Hyaden ("Regengestirn"). Normalerweise ist er leicht mit freiem Auge erkennbar, unter den Bedingungen des 29.9. (geringe Horizonthöhe und helles Mondlicht) benötigt man jedoch ein Fernglas. Gleiches gilt für die Plejaden, das Siebengestirn. Es befindet sich nördlich der Hyaden und ist auf der obigen Sternkarte als heller Punkt oberhalb des Mondes zu erkennen.

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Deep-Sky-Objekte

Bei der Auswahl der Deep-Sky-Objekte für diesen Tag wurde Wert darauf gelegt, dass sie leicht aufzufinden und bereits mit dem bloßen Auge oder Fernglas leicht erkennbar sind. Aufgrund des störenden Mondlichtes empfiehlt sich am Astronomietag generell ein Fernglas, um die beschriebenen Objekte aufzusuchen (Ausnahme: Doppelstern Albireo).

Doppelstern Albireo (Beta Cygni, Schwan)

Albireo ist ein dankbares Einsteigerobjekt und mit jedem noch so kleinem Fernrohr auch unter Stadtbedingungen sehr gut in seine Einzelkomponenten auflösbar. Er besteht aus zwei Komponenten, eine leuchtet orange-gelb, die andere Komponente erscheint im Okular grünlich. Ihr Abstand beträgt 34,5 Bogensekunden.

M57 (Ringnebel in der Leier)

Der Ringnebel M57 ist der Protoyp der planetarischen Nebel und ein typischer Ringnebel. Man findet ihn sehr einfach in der Leier: Er befindet sich fast genau auf halber Strecke zwischen den beiden Sternen, die die südliche Basis der Leier markieren. M57 ist mit einem Fernglas als kleiner Lichtpunkt auszumachen. Kleine Teleskope zeigen ab etwa 30-facher Vergrößerung ein Nebelscheibchen, bei höheren Vergrößerungen wird der Ring erkennbar, der ab 10 Zentimetern Teleskopöffnung Strukturen zeigt. Der Zentralstern kann visuell erst ab 40 Zentimetern Öffnung ausgemacht werden.

Andromeda-Galaxie (M31)

Die Andromeda-Galaxie ist bei dunklem Himmel deutlich mit dem bloßen Auge zu erkennen. Sie hat dann einen scheinbaren Durchmesser von drei Grad, also etwa sechs scheinbaren Vollmonddurchmessern! Man sieht dann jedoch nur einen diffusen Nebelfleck.

Bereits ein kleines Teleskop mit zwei Zoll Öffnung zeigt dunkle Bereiche innerhalb der Galaxie. Größere Geräte mit vier bis acht Zoll Öffnung offenbaren eine Vielzahl von Details. Mit 15 cm freier Öffnung kann man NGC 206, einen Sternhaufen innerhalb der Andromeda-Galaxie, als helles Scheibchen deutlich wahrnehmen.

Die Fotografie dieser hellen Galaxie ist einfach: Bereits mit ruhender Kamera und hohen Empfindlichkeiten kann man die Galaxie mit Weitwinkel-Objektiven eindeutig nachweisen. Mit Nachführung kann man schon bei kleinen bis mittleren Brennweiten deutlich den hellen Kern von den äusseren Bereichen trennen. Lange Brennweiten ab etwa 300 Millimeter lassen deutlich die Staubbänder erkennen.

Die Plejaden (M45)

Die Plejaden, das Siebengestirn, sind der eindrucksvollste Sternhaufen des nördlichen Sternenhimmels. Unter guten Sichtbedingungen erkennt man mindestens die fünf hellsten Sterne mit bloßem Auge, die an eine Miniaturausgabe des Kastens des Großen Wagens erinnern. Mit einem Fernglas erkennt man zahlreiche Sterne. Die Plejaden sind in einen extrem schwachen, blauen Reflexionsnebel eingehüllt, den man in aller Regel nur fotografisch sichtbar machen kann. Die Nebel sind um den Stern Alcyone (Eta Tauri, der hellste Plejadenstern) am hellsten.

Unter den Bedingungen des 29.9. (geringe Höhe über dem Horizont und helles Mondlicht) benötigt man für eine Identifizierung jedoch ein Fernglas. Eine Wegbeschreibung zu M45 befindet sich oben beim Sternenhimmel.

Fotografie

Aufgrund des störenden Mondlichtes eignet sich der Astronomietag nicht für die Deep-Sky-Fotografie.


Datengrundlagen: Kosmos Himmelsjahr 2007 und Atlas für Himmelsbeobachter, beide Kosmos Verlag; CalSky (www.calsky.de); Deep-Sky-Reiseführer (Ronald Stoyan), Oculum Verlag

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